Bezirkseinzelmeisterschaften 2026
Der Schachbezirkporta begrüßte ca. 110 Schachfreundinnen und Schachfreunde in sieben Turnieren zur Ermittlung der Bezirksmeisterinnen und Bezirksmeiter. Gastgeber war in diesem Jahr die Gemeine Kirchlengern, die freundlicher Weise Räume in der Erich Kästner Gesamstschule zur Verfügung stellte. Nach ein paar Begrüßungsworten des Bürgermeisters und des Bezirksvorsitzenden an die versammelten Schachspieler und Organisatoren starteten direkt die Partien.
Alle Ergebnisse im Detail zu den einzelnen Turnieren gibt es bei chess-results.com unter den Links über den Fotos.

Bereits kurz nach dem Start fiel die erste Entscheidung. In der Altersklasse U18w hatten nur zwei Spielerinnen gemeldet, weshalb auch nur eine Partie zu spielen war. Die zweitplatzierte des Vorjahres, Stascha Milivojevic vom SV Bad Oeynhausen, gewann die Entscheidungspartie und sicherte sich den Titel.

Altersklasse U12 – Felix Rose gewinnt nach Feinwertung
Mit 35 Teilnehmern aus neun Vereinen war die U12 stark besetzt. Gespielt wurden sieben Runden Schweizer System mit 45 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug.
Lange sah es nach einem Turniersieg von Mattes Barkholtz (SG Bünde 1945) aus. Der erst neunjährige Bünder gewann seine ersten vier Partien, darunter in Runde 4 das Duell der beiden bis dahin verlustpunktfreien Spieler gegen Amir Duisenbin (SG Löhne). Danach spielte er remis gegen Felix Rose (SG Freibauer Lübbecke) und gewann gegen Alexander Kraus (SK Minden 08). Mit 5,5 aus 6 ging Barkholtz mit einem halben Punkt Vorsprung in die Schlussrunde. Dort verlor er jedoch gegen Oskar Lambrecht (SC Porta Westfalica). Die Verfolger Rose und Duisenbin trennten sich im direkten Duell remis, sodass am Ende drei Spieler mit je 5,5 Punkten gleichauf lagen.
Entschieden hat die Buchholz-Wertung, und hier lag Felix Rose knapp vor Mattes Barkholtz und Amir Duisenbin. Der Lübbecker ist damit Bezirksmeister der U12 und blieb als einziger Spieler im Feld ungeschlagen (vier Siege, drei Remis). Duisenbin hatte die Niederlage gegen Barkholtz gut weggesteckt: Er besiegte anschließend Lambrecht und Nolan Tran (SK Minden 08) und spielte zum Abschluss remis gegen den späteren Meister.
Eine Schlüsselrolle spielte Oskar Lambrecht. Er traf auf alle drei Erstplatzierten, spielte remis gegen Rose, verlor gegen Duisenbin und stoppte Barkholtz in der letzten Runde. Mit 5 Punkten wurde er Vierter. Die vier nach Wertungszahl stärksten Spieler belegten damit genau in der Reihenfolge der Setzliste die Plätze 1 bis 4.
Ebenfalls 5 Punkte holten auf den Plätzen 5 bis 8 Kieran Hoang Tran und Alexander Kraus (beide SK Minden 08), Maksym Oportov (SG Enger-Spenge) und Enel Schiller (SG Bünde 1945). Schiller war ohne Wertungszahl gestartet und blieb nach der einzigen Niederlage in Runde 2 ungeschlagen. Einen Achtungserfolg schaffte auch der jüngste Teilnehmer: Der erst sechsjährige Friedrich Ben Bellin (Herforder SV Königsspringer) holte 4 Punkte und wurde Zwölfter. Die fünf Bestplatzierten lösten das Ticket für die Verbandsjugendeinzelmeisterschaft OWL.

Altersklasse U14 – Robin Behle mit 7 aus 7 souverän zum Titel
In der U14 gingen zwölf Spieler aus vier Vereinen an den Start. Auch hier wurden sieben Runden Schweizer System gespielt, mit 60 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug.
Robin Behle (SG Bünde 1945) wurde seiner Favoritenrolle als wertungsstärkster Teilnehmer mehr als gerecht. Er gewann alle sieben Partien und wurde mit einem vollen Punkt Vorsprung Bezirksmeister. Die Vorentscheidung fiel schon in Runde 3: Mit Schwarz bezwang Behle seinen stärksten Verfolger David Rempel (SK Minden 08). Danach ließ er nichts mehr anbrennen und besiegte in den letzten vier Runden alle Spieler, die am Ende auf den Plätzen drei bis sechs landeten. David Rempel steckte die Niederlage gut weg und gewann alle übrigen Partien, darunter gegen Mika Weyers und Liron Svarqa. Mit 6 Punkten wurde er klarer Zweiter.
Für die Überraschung des Turniers sorgte Mika Weyers (Herforder SV Königsspringer). Er verlor nur gegen die beiden Erstplatzierten und holte mit 4,5 Punkten Platz drei. Auch Platz vier ging an einen Spieler ohne Turniererfahrung: Liron Svarqa (SG Bünde 1945) kam auf 4 Punkte und unterlag nur den drei vor ihm platzierten Spielern. Dahinter folgten Sergio Alexander Schwarz (SG Bünde 1945, 3,5 Punkte) sowie Leonard Lambrecht und Nathan Busch (beide SC Porta Westfalica, je 3 Punkte). Die ersten drei lösten das Ticket für die Verbandsjugendeinzelmeisterschaft OWL.

Altersklasse U14w – Kurioser Dreikampf – Jooke Ristock holt den Titel
In der U14w spielten 17 Spielerinnen aus fünf Vereinen um den Titel, allein zwölf davon vom SC Porta Westfalica. Gespielt wurden sieben Runden Schweizer System mit 60 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug.
An der Spitze entwickelte sich ein Dreikampf mit kuriosem Verlauf. In Runde 3 bezwang Fides Salloch (SG Freibauer Lübbecke) mit Schwarz die nach Wertungszahl klar favorisierte Viktoria Neumann (SC Porta Westfalica). Eine Runde später unterlag Salloch dann Jooke Ristock (SC Porta Westfalica), die mit vier Siegen ins Turnier gestartet war. In Runde 5 schloss sich der Kreis, als Neumann ihre Vereinskameradin Ristock besiegte. Jede der drei schlug also eine Konkurrentin und verlor gegen die andere. Gegen den Rest des Feldes gaben alle drei keine Punkte mehr ab und kamen so mit je 6 Punkten ins Ziel.
Die Buchholz-Wertung sah Jooke Ristock knapp vorn. Sie ist damit Bezirksmeisterin der U14w vor Fides Salloch und Viktoria Neumann. Dahinter folgten mit je 4 Punkten Mia Müller (SC Porta Westfalica) sowie Emma Pugachova und Lotta Drewing (beide SG Bünde 1945). Mit Mia und Lotta schafften es gleich zwei erst Neunjährige unter die besten sechs.
Die drei Qualifikationsplätze für die Verbandsjugendeinzelmeisterschaft OWL gehen an Jooke Ristock, Fides Salloch und Viktoria Neumann. Die Feinwertung entschied damit nur über die Reihenfolge, das Ticket haben alle drei sicher.

Altersklasse U16 – Doppelerfolg für Kirchlengern – Jonas Werth gewinnt Dreikampf
In der U16 traten 13 Spieler aus sieben Vereinen an. Gespielt wurden fünf Runden Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie, dazu 30 Sekunden pro Zug.
Nach Wertungszahl waren Artsvi Navasardyan (SC Porta Westfalica) und Jamiro Bergen (SG Freibauer Lübbecke) die Favoriten. Den Ton gab aber Jonas Werth (SG Kirchlengern 1991) an. Er gewann seine ersten vier Partien, darunter gegen Bergen und in Runde 4 gegen seinen Vereinskameraden Jesper Wickemeyer. Mit einem vollen Punkt Vorsprung ging Werth in die Schlussrunde, ein Remis hätte ihm den Titel gesichert. Doch Navasardyan, der bis dahin nur gegen Wickemeyer verloren hatte, gewann die entscheidende Partie.
Damit lagen am Ende drei Spieler mit je 4 Punkten gleichauf. Jeder von ihnen hatte genau einmal gegen einen der beiden anderen verloren: Werth gegen Navasardyan, Navasardyan gegen Wickemeyer und Wickemeyer gegen Werth. Die Buchholz-Wertung entschied für Jonas Werth, der damit Bezirksmeister der U16 ist. Platz zwei ging an Jesper Wickemeyer, der in der ersten Runde spielfrei war und anschließend unter anderem Silas Salloch (SG Freibauer Lübbecke) und Navasardyan bezwang. So feierte die SG Kirchlengern 1991 vor der eigenen Haustür einen Doppelerfolg. Artsvi Navasardyan wurde Dritter.
Jamiro Bergen verlor nur gegen Werth und kam mit 3,5 Punkten auf Platz vier. Dahinter folgten mit je 3 Punkten Timo Maynert (SK Minden 08) und Jeremy Lemke (SG Freibauer Lübbecke). Die vier Qualifikationsplätze für die Verbandsjugendeinzelmeisterschaft OWL gehen an Jonas Werth, Jesper Wickemeyer, Artsvi Navasardyan und Jamiro Bergen.

Altersklasse U18 – Maxim Rein ungeschlagen Bezirksmeister
In der U18 gingen 14 Spieler aus sechs Vereinen an den Start. Gespielt wurden fünf Runden Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie, dazu 30 Sekunden pro Zug. Die Spitze war eng besetzt: Fünf Spieler lagen nach Wertungszahl zwischen 1738 und 1823.
Am Ende setzte sich Maxim Rein (SG Hücker-Aschen) durch, der an Nummer fünf gesetzt war. Sein Turnier begann mit einem Remis gegen Linus Salloch (SG Freibauer Lübbecke), danach gewann Rein alle Partien. Die Entscheidung fiel in Runde 4 gegen den Wertungszahlbesten Henry Leinen (Herforder SV Königsspringer), der bis dahin alle drei Partien gewonnen hatte. Rein siegte mit Weiß und übernahm damit die alleinige Führung. In der Schlussrunde verteidigte er sie mit einem Sieg gegen Aarian Vogt (Herforder SV Königsspringer). Mit 4,5 Punkten blieb er als einziger Spieler im Feld ungeschlagen und ist Bezirksmeister der U18.
Henry Leinen gewann auch seine letzte Partie gegen Leon Löwen und wurde mit 4 Punkten Zweiter. Platz drei ging an Tim Maiwald (SG Bünde 1945), der 3,5 Punkte holte und nur gegen Leinen verlor. Dahinter folgten mit je 3 Punkten Martin Stüber (SG Hücker-Aschen) und Jonah Reipke (SC Porta Westfalica). Reipke war nur an Nummer sieben gesetzt und blieb nach seiner Niederlage gegen Maiwald in Runde 2 ungeschlagen. Die beiden Qualifikationsplätze für die Verbandsjugendeinzelmeisterschaft OWL gehen an Maxim Rein und Henry Leinen.

Offenes Turnier – Matts Struckmeier aus Bünde verteidigt den Titel
Im offenen Turnier der Bezirkseinzelmeisterschaft spielten 16 Teilnehmer aus sechs Vereinen um den Titel. Gespielt wurden fünf Runden Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie, dazu 30 Sekunden pro Zug.
Der Favorit und Titelverteidiger setzte sich durch. Matts Struckmeier (SG Bünde 1945), als Wertungszahlbester an Nummer eins gesetzt, gewann seine ersten drei Partien, darunter in Runde 3 gegen Valeri Sergeev (SC Porta Westfalica). In Runde 4 trennte er sich mit Schwarz remis von Eduard Eichmann (SG Hücker-Aschen) und behielt so einen halben Punkt Vorsprung. In der Schlussrunde machte er mit einem Sieg gegen Marius Anancenko (SK Minden 08) alles klar. Mit 4,5 Punkten blieb Struckmeier ungeschlagen und ist Bezirksmeister 2026.
Auch Eduard Eichmann verlor keine Partie. Außer gegen Struckmeier gab er nur beim Remis gegen Tim Kröger (SG Bünde 1945) einen halben Punkt ab und wurde mit 4 Punkten Zweiter. Platz drei ging an Valeri Sergeev, der nur gegen die beiden Erstplatzierten verlor. Er führt eine Gruppe von sechs Spielern mit je 3 Punkten an. Ebenfalls 3 Punkte holten Lukas und Pascal Bringer (beide SV Bad Oeynhausen), Tim Kröger, Kai Ballmeyer (SG Freibauer Lübbecke) und Marius Anancenko.
Besonderen Respekt verdient Detlef Adam (SK Minden 08). Der 88-Jährige war der älteste Teilnehmer und holte 2 Punkte. Marla Windmüller (SG Hücker-Aschen) war die einzige Frau im Feld. Sie holte ebenfalls 2 Punkte und verteidigte damit ihren Titel als Bezirksmeisterin.

















